Einstimmig in den Sommer

Einstimmig in den Sommer

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Der Gemeinderat Payerbach tagte Corona-bedingt in der Ghegahalle. Die Tagesordnung war mit 40 Punkten lang, dennoch war die Stimmung gut.

Es war ein ungewöhnliches Ambiente, unter dem sich die 21 Mitglieder des Gemeinderates der Marktgemeinde Payerbach am 23. Juni getroffen haben. Weil aufgrund der Corona-Pandemie nach wie vor Abstandhalten geboten ist, lud Bürgermeister Edi Rettenbacher in die Ghegahalle der örtlichen Schule – und hatte, nachdem die Sitzung im März ausgefallen war, eine 40 Punkte umfassende Tagesordnung mitgebracht. Hier die wichtigsten Beschlüsse im Überblick:

 

Rechnungsabschluss und Nachtragsvoranschlag: Nach drei Jahren mit Überschüssen weist der Rechnungsabschluss ein geringes Minus in der Höhe von 113.000 Euro auf. Das entspricht im Vergleich zum Jahresbudget in der Höhe von rund 6,5 Millionen Euro einem Anteil von 1,7 Prozent. Als Gründe führte Pro-Finanzvorstand Mag. Markus Halm leichte Mehrkosten beim Personal (Karenz, Überstunden) sowie bei einzelnen Projekten wie der neuen Ortsdurchfahrt oder Straßensanierungen ins Treffen und sprach von einer „roten Null“, die man angesichts der nach wie vor nicht rosigen Finanzsituation dennoch erreicht habe.Die Opposition schloss sich dieser Ansicht an und stimmte dem Rechnungsabschluss 2019 (eine Stimmenthaltung)ebenso wie dem Nachtragsvoranschlag 2020 einstimmig zu.

 

Soziales: Dass Payerbach in sozialen Belangen Vorreiter in der Region ist, ist bekannt. Wenig überraschend hat der Gemeinderat daher auch beschlossen, den Verein „Hauskrankenpflege Payerbach“ anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens mit einer Subvention in der Höhe von 5.000 Euro zu fördern.Eine außerordentliche Hilfe in der Höhe von 4.000 Euro erhielt auch das Rote Kreuz für die jüngste Generalsanierung des Payerbacher Rettungshauses, für das die Gemeinde bereits während der Bauphase Sachleistungen im Wert von 16.000 Euro erbracht hatte. Weiters wurde wie jedes Jahr die Aktion „Ein Stück Ferien“ der BH Neunkirchen für benachteiligte Kinder mit 670 Euro unterstützt. Alle Beschlüsse fielen auch hier einstimmig.

 

Kultur und Freizeit:Um der Kultur nach Corona wieder auf die Bühne zu bringen, hat der Gemeinderat nicht nur die Förderzusagen für die alljährlichen „Meisterkurse“ erneuert, sondern auch beschlossen, den Veranstaltungsreigen „Musikalische Sommerfrische in Payerbach“ (mit Dutzenden Konzerten und Lesungen) finanziell und logistisch zu unterstützen. Um Payerbachs Freizeitjuwel, dem Freibad, ging es dann unter einem anderen Tagesordnungspunkt. Auch hier wurden durch den Gemeinderat – nach Genehmigung des Landes NÖ – die dringend nötigen Sanierungsmaßnahmen einstimmig angenommen. Nicht nur wurden die gesamte Technik, die Fassadenund die drei Becken des seit mehr als 130 Jahren bestehenden Bades erneuert, sondern auch mit einem kompetenten Pächter die Badleitung in gute Hände gelegt. Die Kosten für das Projekt beliefen sich auf rund 350.000 Euro.

 

Sicherheit: Als Herausforderung stellte sich die Finanzierung eines neuen Einsatzfahrzeuges für die Feuerwehr Küb dar, die allerdings nach erfolgreicher Vorsprache von Bürgermeister Edi Rettenbacher beim Land NÖ gesichert werden konnte. Diese Zusage ermöglichte es schließlich auch dem Gemeinderat, einen einstimmigen Beschluss über die Förderung des Feuerwehrautos in der Höhe von 137.500 Euro zu fassen. Einstimmig genehmigt, weil das Thema Sicherheit betreffend, wurde darüber hinaus die so genannte „Wiedergewältigung“, also Sanierung, eines Fluchtstollens im Baubergwerk am Grillenberg. Die Kosten für die Sanierung dieses Stollens belaufen sich auf rund 65.000 Euro. Er wird in Zukunft auch für Besucher zugänglich sein.

 

Natur und Umwelt: Last but not least hat der Gemeinderat ohne Gegenstimme die Widmung öffentlicher Grünflächen als „Schmetterlingsgärten“, die nur zu bestimmten Terminen gemäht werden, beschlossen. Ziel dieses geförderten Projekts ist es, bis zu 1.000 Quadratmeter Fläche bei Schulen, Spielplätzen und in Parks für Insekten als Lebensraum zu reservieren, zu erhalten und zu pflegen. Die Gemeinde folgt damit dem Beispiel der Landwirtschaft, wo jetzt schon ein bestimmter Prozentsatz der genutzten Fläche gesetzlich für die Kleinfauna reserviert ist.

 

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